

Bernstein
Das „Gold des Meeres“ ist im Ostsee-
raum weit verbreitet. Wer aufmerksam
den Strand absucht und Glück hat, findet
die angespülten Schmucksteine aus
fossilem Harz. Meist goldgelb glänzend,
können sie klar bis undurchsichtig
erscheinen. Einmal im Jahr ist den
begehrten Raritäten sogar eine Bern-
steinwoche auf Usedom gewidmet.
Zempin, Koserow, Loddin/Kölpinsee und
Ückeritz bereiten dafür ein Programm
mit Bernsteinschleifen, Schatzsuche,
Wanderungen und vielem mehr vor.
Klaus-Bahlsen-Haus,
Usedom
Das Besucher- und Informationszentrum
des Naturparks ist im ehemaligen Bahn-
hof der Inselstadt eingerichtet. Mit Hilfe
moderner Multimediatechnik erhalten Sie
Einblick in den Naturraum auf Usedom.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine
23-minütige Ton-Dia-Schau über die
Schönheiten und Besonderheiten der
Insellandschaft. Das Haus ist zugleich
Veranstaltungsort sowie ein idealer
Ausgangspunkt für Ausflüge und Touren.
Geführte Touren
Auf geführten Wanderungen, Radrund-
fahrten oder Erlebnistouren entdecken
Sie die natürliche Seite Usedoms. Viele
Ausflüge entlang der Küste oder ins
Achterland starten an den Touristinfor-
mationen der Inselorte. Auch thematische
Führungen, etwa zum Thema Bernstein,
werden angeboten. Ein Blick in den Veran-
staltungskalender lohnt sich mit Sicherheit.
Abenteuer
Flusslandschaft
Ein Geheimtipp vor den Toren von Use-
dom ist das Peenetal. Nicht weit von den
weißen Sandstränden entfernt, empfiehlt
sich die wilde, fast unberührte Flussland-
schaft für einen Tagesausflug. Auf indivi-
duellen oder geführten Erlebnistouren
erleben Sie ganzjährig per Solarkatamaran,
Standdistel, Fischotter, Rotbauchunke, Eisvogel, Graureiher,
Weißstorch, Kranich, Biber und nicht zuletzt der Seeadler sind
auf der grünen Insel am Meer heimisch. Kenner wissen, dass
es der Natur dort gut geht, wo sich gerade diese geschützten
Greifvögel wohl fühlen.
Einst nahezu ausgestorben, haben sich Seeadler auf Usedom
wieder prächtig vermehrt. Immerhin 30 Paare brüteten 2015
im gleichnamigen Naturpark, und im Durchschnitt haben die
seltenen Vögel zweifachen Nachwuchs. Die Sonneninsel ent-
wickelte sich damit zu einer beliebten Kinderstube der scheuen
Jäger, die mit majestätischer Eleganz auf bis zu 2,90 Meter
breiten Schwingen durch die Lüfte schweben.
Überhaupt zählt Usedom zu den vogelreichsten Gegenden in
Norddeutschland: mit rund 280 beobachteten Vogelarten. 150
davon brüten auch auf der Insel. Die meisten Arten lassen sich
während des Vogelzuges beobachten. Dann steuern Zehntau-
sende von nordischen Gänsen, Enten und Schnepfenvögeln die
Landschaft im Mündungsgebiet der Oder an.
Gönnen Sie sich die Ruhe und Zeit, um den natürlichen Insel-
reichtum zu erkunden. Touren zu Fuß, im Fahrradsattel oder
mit einer oder zwei Pferdstärken im geruhsamen Tempo einer
Kutsche seien dafür empfohlen, abseits des geschäftigen Lebens
in den Seebädern.
Landschaftliche Schönheiten setzen sich sogar länderübergrei-
fend fort, denn rund 91 Quadratkilometer der Insel liegen seit
1945 auf polnischem Boden. Eine Barriere allerdings spürt der
Besucher kaum. Wege und Straßen führen schrankenlos ins
Nachbarland weiter.
TIPPS
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